Mittwoch, 24. Juni 2009

Tombstone und Boothill

Nach einer laengeren Fahrt vom Grand Canyon Nationalpark haben wir die Nacht mal wieder auf einem Walmart-Parkplatz verbracht. Mitten in Phoenix, Arizona, haben wir einen "Netten" gefunden.
Die Hitze trieb uns aber schon bald heraus und wir machten erstmal einen groesseren Einkauf. Immerhin waren wir schon ueber 1 Woche on the road.


Hier die Skyline von Phoenix. Ausser dem Walmart-Parkplatz und der Interstate (Autobahn) haben wir leider nicht davon gesehen.

Der Weg nach Tombstone fuehrte uns "mal wieder" durch die volle Wuestenlandschaft (gelobt sei Alabama - hier ist alles saftig gruen).
Ausserdem kamen wir am Pinal Airpark vorbei. Hier ist sich auch keiner sicher, um was genau es sich hierbei handelt. Manche sagen, es sei ein Friedhof fuer alte Flugzeuge, manche behaupten, die wuerden hier nur parken, solange bis es der Fluggesellschaft wieder besser gehe. Dann gibt es noch eine dritte Theorie, die behauptet, dass die Flugzeuge umgebaut werden, zu Loeschflugzeugen oder aehnl.

Nach ein paar Stuendchen Fahrt waren wir dann in Tombstone. Ja, Tombstone sagt wahrscheinlich niemandem was, aber hier lebte der beruehmte Wyatt Earp mit seinen Bruedern und auch Doc Holliday kennt man aus diversen Western. Die wohl beruehmteste Schiesserei, die es je im "Wilden Westen" gab hat 1881 genau hier stattgefunden. Wyatt Earp und seine Gesetzeshueter haben hier mal kurz 2 Gangs (Clantons und McLaury's) umgenietet.
Jeden Tag um 14 und um 17 Uhr wird diese Schiesserei nachgestellt.


Die Altstadt aus dem Jahre 1879 ist weitgehenst gut erhalten und sehr authentisch. Die Strasse besteht nur aus Staub, welcher einem staendig in die Augen geblasen wird. Touris sind hier auch nur wenige zu finden, was immer sehr angenehm ist. Man kann eine Rundfahrt machen, oder sich einfach nur umschauen.



Die alten Saloons (und davon war wohl jedes dritte Gebaeude einer) sind teilweise super erhalten. Vielleicht auch Dank einer guten Renovierung - keine Ahnung.
Jedenfalls findet man wahrscheinlich mehr Schauspieler vor als Touristen (grins). Jeder Zweite ist hier verkleidet - ganz witzig.




Hier spielen Wyatt Earp und Doc Holliday mal kurz Billard.

Wer ist der Schoenste hier im ganzen Land?????
Tombstone ist uebrigens eine Ghosttown (Geisterstadt). Ein aelterer Schauspieler hat uns auch ein paar Geistergeschichten erzaehlt. In einigen der alten Haeuser soll es also tatsaechlich spuken. Nun ja - vielleicht .....vielleicht auch nicht!


Nun geht die Schiesserei gleich los....



Ein schoener Blick auf die alte Stadt. Man haette noch Stunden hier rumlaufen koennen, aber wir wollten ja noch mind. bis El Paso kommen.



Boothill ist ein Friedhof gleich neben Tombstone. Das ist wohl der kurioseste Friedhof, den wir je gesehen haben. Auf den Grabsteinen steht oft Lustiges.


Dieses arme Schwein (oben) wurde faelschlicherweise gehaengt. Der Text auf dem Stein lautet: Here lies George Johnson - Hanged by mistake 1882 - He was right - we was wrong - but we strung him up and he is gone.

In vielen Graebern lagen unbekannte Tote und so stand auf den Grabsteinen lediglich "Unknown" drauf. Viele wurden erschossen oder erhaengt. Deshalb wurde besonders darauf hingewiesen, wenn einer mal einen "natuerlichen" Tod gestorben ist. Irgendwie denkt man ja immer, dass es eine Erfindung Hollywoods ist mit den vielen Schiessereien oder Toten. Aber scheinbar sassen die Colts doch recht locker damals.


In diesem riesigen Graeberhaufen liegen nun die Boesewichte aus der Schiesserei von Wyatt Earp.



Dies war frueher mal ein Leichenwagen. Die Amis neigen ja dazu, etwas abzustellen und wenn es dann nicht mehr funktioniert, dann wird es einfach stehengelassen und es gammelt dann jahrelang vor sich hin. Auf unserer langen Fahrt haben wir immer wieder solche Autoruinen in Vorgaerten gesehen.

Ja, Tombstone und Boothill hat uns allen gut gefallen.
Gut gelaunt ging es dann weiter in Richtung El Paso. Aber als erstes wollten wir uns noch staerken. Pizza war angesagt. Wieder fuehrte uns die Strasse durch endlose Wuestengebiete.


Aber bis mal eine Pizzeria oder so etwas aehnliches kommen sollte, wurde unsere Fahrt jaeh unterbrochen.
Bei Einbruch der Dunkelheit gab es einen lauten Knall und Micha bemerkte eine kurze Unruhe beim Lenken. Ein Blick in den Aussenspiegel genuegte und alles war klar. Die Funken spruehten wie verrueckt.......ein Reifen war geplatzt.
Schnell rueber auf den Pannenstreifen. Der Albtraum wurde war - im Dunkeln auf einer vielbefahrenen Autobahn stehen und nen Reifen wechseln.
Wo war der Wagenheber....der ganze Wohnwagen wurde durchsucht. Es wurde immer dunkler. Adi quengelte vorne schon rum.
Dann hatte Micha ihn endlich gefunden und es konnte losgehen. 5 Tonnen mal kurz hochhieven und den zerfetzten Reifen runtermachen und das Ersatzrad drauf.




Den Kotfluegel des Wohnwagens hatte es in tausend Stuecke gerissen. Was eine Gewalt in so einem Reifen steckt - unglaublich.

Danach ging es noch bis Las Cruces auf den Walmart-Parkplatz. Pizza gab es aber auch noch. Trotzdem stand uns der Schreck noch ne Weile ins Gesicht geschrieben.

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